Kommunikationsmodi (2014)

Bernhard Lauxmann: Drei Kommunikationsmodi – eine Funktion?

Erwä­gun­gen zum Zweck der Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums, in: M. Domsgen/B. Schrö­der (Hrsg.): Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums. Leit­be­griff der Prak­ti­schen Theo­lo­gie (FS Chr. Greth­lein; APrTh 57). Leip­zig: Evan­ge­li­sche Ver­lags­an­stalt, 2014, 33–48.

Im Rück­griff Wil­fried Enge­manns theo­lo­gi­sches Modell und unter Bezug­nah­me auf das opus magnum Chris­ti­an Greth­leins, mache ich die blei­ben­de Bedeu­tung des mensch­li­chen Sub­jekts als Kon­sti­tu­ti­ons­be­din­gung und Ziel­be­stim­mung der Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums ein­sich­tig. Im Hin­ter­grund steht eine kon­se­quent ambi­va­len­te Auf­fas­sung des Sub­jekts. Mei­ne Über­le­gun­gen las­sen sich in fol­gen­den drei The­sen zusam­men­fas­sen: (1.) Die Fra­ge nach dem Zweck der Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums bleibt bei Greth­lein zwar nicht unbe­han­delt – jedoch unter­be­stimmt; dabei wirft die­se Fra­ge nicht nur ein theo­lo­gi­sches, son­dern auch ein kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­li­ches Kern­pro­blem auf. (2.) Weil Greth­lein Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums mehr als etwas zu ver­ste­hen gibt, das sich auf bestimm­te Wei­se zwi­schen Men­schen ereig­net, und weit weni­ger als etwas, das unmit­tel­bar durch Men­schen geschieht, besteht die Gefahr, dass ihm der Mensch als Sub­jekt abhan­den­kommt. Sub­jek­te sind jedoch nach wie vor kon­sti­tu­ti­ve Bestand­tei­le von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­sen. (3.) Eine Prak­ti­sche Theo­lo­gie als theo­lo­gia via­torum hat das Sub­jekt über den Aus­gangs­punkt von Kom­mu­ni­ka­ti­on hin­aus auch als Flucht­punkt der Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums wahr­zu­neh­men und als sol­ches theo­re­tisch zu reflek­tie­ren. Ich plä­die­re dafür, Evan­ge­li­um stär­ker (nicht aus­schließ­lich) funk­tio­nal zu den­ken und die erbau­li­che Dimen­si­on des Begrif­fes in den Fokus zu rücken: Men­schen kom­men – im bes­ten Fall – durch Kom­mu­ni­ka­ti­on des Evan­ge­li­ums (wie­der) als Sub­jek­te zum Vor­schein und erfah­ren sich als inte­gra­le Ent­schei­dungs­in­stan­zen ihres Lebens und Glau­bens.