Mash-Up in Halle: Theologie, Debatten und ein unvergesslicher Spieleabend!

Seit Anfang Okto­ber habe ich das Pri­vi­leg, an der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg zu leh­ren. Vier Ein­hei­ten habe ich bis­her digi­tal aus dem Home Office gestreamt. Obwohl ich eini­ge Gesich­ter und Stim­men bereits gut ken­ne (Dan­ke­schön fürs Video­ein­schal­ten!), blieb mir der theo­lo­gi­sche Ort »Hal­le« in den Fran­cke­schen Stif­tun­gen bis vor Kur­zem doch noch ein ziem­li­ches Rät­sel. Wie sieht es dort aus? Wel­che Atmo­sphä­re herrscht auf den Flu­ren? Klap­pern in Hal­le Beton­plat­ten wie in Bochum? Oder hört man Weh­kla­gen, weil der Lift ger­ne mal streikt wie in Wien und man sodann vie­le Trep­pen zu stei­gen hat? End­lich hat­te ich die Gele­gen­heit, Hal­le auch »in Prä­senz« zu erkun­den.

Christsein als Mash-Up: Ein Präsenzvortrag in Halle

Am 29. Novem­ber hielt ich einen Prä­senz­vor­trag zum The­ma »Christ­sein als Mash-Up?«. Es ging um glau­bens­kul­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen am Bei­spiel von You­Tube und der Selbst­hil­fe­li­te­ra­tur. Ich hat­te genug Zeit ein­ge­plant – nicht bloß wegen der lan­gen Anrei­se, son­dern weil ich auch die Stadt ein wenig erle­ben woll­te. Mein ers­ter Besuch in Hal­le war vor allem geprägt von gro­ßem Stau­nen über die viel­fäl­ti­gen theo­lo­gi­schen Posi­tio­nen, die in den leb­haf­ten Debat­ten des For­schungs­kol­lo­qui­ums sicht­bar wur­den. Unter der inspi­rie­ren­den Lei­tung von Dr. Georg Bucher fand ein Aus­tausch statt, der sei­nes­glei­chen sucht: kol­le­gi­al, poin­tiert und inspi­rie­rend. Mein Vor­trag über »Christ­sein als Mash-Up« stieß genau­so auf Inter­es­se wie der mei­ner Kol­le­gin Dr. Han­na Kau­haus über »Deutsch­spra­chi­ge Kir­chen­theo­rien und Empi­rie«, die ich hier ken­nen­ler­nen durf­te. Die neu­gie­ri­ge Hal­tung und die offe­ne Dis­kus­si­ons­kul­tur, die ich in die­sem Kol­lo­qui­um erleb­te, machen die­sen Besuch für mich zu etwas Beson­de­rem. Die Bereit­schaft, unter­schied­li­che theo­lo­gi­sche Stand­punk­te zu akzep­tie­ren, ermög­lich­te ein »laut­den­ken«, das in die­ser Form nicht über­all anzu­tref­fen ist.

Halle in Farben: Ein Abendspaziergang durch die Stadt

Am Vor­abend des Vor­trags hat­te ich Gele­gen­heit, die Atmo­sphä­re der Stadt ein wenig zu erkun­den. Dass ich mir Zeit genom­men habe für einen Abend­spa­zier­gang bereue ich nicht. So vie­le span­nen­de Details! So eine char­man­te Stadt. Ich bereue es aber auch des­halb nicht, weil ich mir am Tag nach dem Vor­trag doch ein­ge­ste­hen muss­te, dass mein Hus­ten wohl auf eine Bron­chi­tis hin­deu­tet und ich mir bes­ser etwas Ruhe im Hotel gön­nen soll­te. (Das habe ich dann auch getan.)

Spiel, Spaß, Schleiermacher

Mei­ne ers­te Sta­ti­on in Hal­le war nicht das For­schungs­kol­lo­qui­um gewe­sen, son­dern ein Spie­le­abend mit den Stu­die­ren­den im Haus 30 der theo­lo­gi­schen Fakul­tät. Nach­dem die Stu­die­ren­den näm­lich in der Vor­le­sung von mei­nem bevor­ste­hen­den Prä­senz­vor­trag erfah­ren hat­ten, lud mich der Fach­schafts­rat der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät kur­zer­hand zu ihrem Spie­le­abend ein. Direkt nach mei­ner Ankunft in Hal­le stell­te ich also mein Gepäck im Hotel ab und stürz­te mich in eine Run­de »Wer bin ich«, wobei ich glück­li­cher­wei­se Schlei­er­ma­cher in der ers­ten Run­de erra­ten konn­te. Die Stu­die­ren­den hat­ten scherz­haft gedroht, mir das zwei­te Examen zu ent­zie­hen, wäre ich geschei­tert. (Fun­fact: Sowas habe ich gar nicht und so etwas gäbe es in Öster­reich auch gar nicht – allen­falls eine Amts­prü­fung.)

Halle entfaltet sich

Hal­le hat sich für mich als ein Ort gezeigt, an dem Theo­lo­gie in ihrer gan­zen Brei­te und Tie­fe gelebt wird. Die Stadt selbst ist char­mant, mit Her­zen im Schnee, einem leben­di­gen Zen­trum inklu­si­ve Rie­sen­rad und erfreu­lich güns­ti­gem Glüh­wein im Ver­gleich zu Wien. Es war eine wun­der­ba­re Zeit, inspi­rie­rend und very empowe­ring!

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